Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die das InTPG unterstützt.
Traumatische Erfahrungen können jeden Menschen treffen – durch Unfälle, Gewalt, Katastrophen oder den plötzlichen Verlust von Angehörigen. Die Folgen sind vielfältig und reichen von akuten Belastungsreaktionen bis hin zu langwierigen Traumafolgestörungen wie posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS). Oft liegt der Fokus in der öffentlichen Wahrnehmung auf der psychotherapeutischen Behandlung. Was dabei übersehen wird: Der Umgang mit traumatisierten Menschen beginnt nicht erst in der Therapie. Schon im direkten Umfeld – durch Angehörige, Ersthelfer, Polizist:innen, Hebammen oder Berater:innen – werden entscheidende Weichen gestellt, die den Heilungsverlauf positiv oder negativ beeinflussen können.
Unsere Schulungen richten sich an alle Personen, die Umgang mit Traumatisierten Personen haben. Wir haben die Haltung, dass der Schwerpunkt im Umgang nicht nur in der Therapie liegen sollte, sondern jeder gefragt ist.
Unsere Fachschulungen richten sich an…
…Nicht-therapeutische Berufsgruppen, die in ihrem Alltag regelmäßig Menschen in akuten Krisensituationen oder mit traumatischen Vorerfahrungen treffen. Polizist:innen und Feuerwehrkräfte sehen sich mit Notfällen und Unfällen konfrontiert, Hebammen begleiten Frauen in vulnerablen Situationen, Berater:innen und Mitarbeitende in der psychosozialen Notfallversorgung arbeiten mit Menschen in akuter seelischer Erschütterung.
Die Qualität des Kontakts – ob empathisch, stabilisierend und sicherheitsvermittelnd oder unbedacht, bagatellisierend und retraumatisierend – hat einen präventiven Einfluss auf die weitere psychische Entwicklung. Unsere Fachschulungen im Umgang mit Trauma vermitteln Wissen darüber, wie Betroffene reagieren können, wie man Sicherheit vermittelt, Überforderung vermeidet und welche Haltung es braucht, um das Gefühl von Kontrolle und Würde zu stärken.
Einen Eindruck unserer Angebote finden Sie hier.
Die Versorgungslage in Deutschland
In Deutschland gibt es zwar ein wachsendes Bewusstsein für psychische Gesundheit, doch die strukturelle Versorgung von Menschen mit Traumafolgestörungen bleibt unzureichend. Therapieplätze sind überlastet, Wartezeiten betragen teils mehrere Monate. Bis professionelle Hilfe greift, sind es oft andere Berufsgruppen, die den ersten Kontakt zu Betroffenen haben. Hier liegt eine Lücke: Viele dieser Fachkräfte erhalten in ihrer Ausbildung bislang nur wenig oder gar keine Schulung zu traumasensibler Haltung.
Initiativen und Weiterbildungsangebote nehmen zu, bleiben aber häufig projektgebunden oder regional begrenzt. Bundesweite Standards fehlen, ebenso wie verpflichtende Module in den Grundausbildungen der genannten Berufsgruppen. Damit wird ein wichtiges Präventionspotenzial verschenkt.
Das präventive Potenzial des Umfelds
Menschen in Krisen reagieren besonders sensibel auf ihr Umfeld. Verständnisvolle, klare und haltgebende Begleitung kann entscheidend dazu beitragen, dass akute Belastungsreaktionen nicht chronisch werden. Umgekehrt können unachtsame Reaktionen das Erleben von Hilflosigkeit oder Schuld verstärken – und damit das Risiko für eine Traumafolgestörung erhöhen.
Das bedeutet: Jede Fachkraft, die in Kontakt mit traumatisierten Personen steht, ist Teil eines präventiven Systems. Mit der richtigen Haltung und dem notwendigen Fachwissen kann sie dazu beitragen, Resilienz und Stabilität zu fördern.
Fazit: Schulung ist Verantwortung, die wir sehr ernst nehmen!
Der Umgang mit traumatisierten Menschen darf nicht ausschließlich Aufgabe der Psychotherapie bleiben. Damit Betroffene nicht erst Monate später in einer überlasteten Versorgung ankommen, braucht es kompetente, traumasensible Begleitung ab dem ersten Kontakt. Fachschulungen für Hebammen, Notfallversorger:innen, Polizist:innen, Feuerwehrkräfte und Berater:innen sind daher kein „Nice-to-have“, sondern eine gesamtgesellschaftliche Notwendigkeit.
Es ist Zeit, diese Lücke in der Versorgung ernst zu nehmen – und das gesamte berufliche Umfeld von Menschen in Krisen für seine präventive Rolle zu stärken. Dafür stehen wir mit unserem Institut. Interdisziplinär, mit Herz und Hirn und viel Engagement nehmen wir uns Zeit Ihre Fragen und Problematiken zu hinterfragen und Lösungen, sowie Haltungen anzubieten, damit sich Betroffener ein Stück weit sicherer, verstandener fühlen können und ihre Integration des Erlebten besser gestalten können.



